NEHEIM UNTER DEN GRAFEN VON ARNSBERG

Graf Gottfried IV von Arnsberg ( Grabplatte im Dom zu Köln )   © Archiv Heimatbund Neheim

Wer heute auch nur einen flüchtigen Rundgang durch Neheim macht, wird bald erkennen, daß Spuren geschichtlicher Vergangenheit kaum vorhanden sind. Weder träumende Winkel noch enge Gassen, weder reich geschnitzte Giebelbauten noch efeuumsponnene Türme erinnern an die Zeit vor 1800. Hätte nicht gieriger Brand die Stadt fünfmal in Trümmer gelegt, Stadtbild und Archiv würden an geschichtlichen Zeugnissen reichhaltiger sein. Die geringen, kaum sichtbaren Reste der ehemaligen Stadtmauer, die umgebauten Adelssitze Gransau und Freseken, der Drostenhof und ein Dutzend bürgerliche Kleinbauten sind die einzigen Zeugen aus der Zeit vor 1807. Alle anderen Gebäude, private wie öffentliche, sind erst nach diesem schweren Brandjahre entstanden. So kommt es, daß Neheim im wesentlichen das Gepräge einer ,,neuen" Stadt trägt. Die Entwicklung Neheims hat in dem Aufsatz über die Burg Neheim und ihre Burgmannschaft bereits gebührend Berücksichtigung gefunden. In der Fortentwicklung vom Haupthof über das zunächst offene, dann festungsmäßig gesicherte Dorf zu der mit städtischen Freiheiten und Rechten privilegierten Stadt bedeutet die Befestigung in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts einen wichtigen Markstein.
Ruhr und Möhne im Norden und der Mühlengraben im Osten (nachweisbar während der Grafenzeit, aller Wahrscheinlichkeit nach zur Zeit der Befestigung Neheims angelegt) schützten auf natürliche Weise die Siedlung nach diesen Seiten gegen feindliche Angriffe. Zur größeren Sicherheit genügte daher nach dieser Richtung hin eine feste Mauer. Die von Natur ungeschützten West- und Südwestseiten hingegen, die zwar ebenso wie die Nord- und Nordostseiten ziemlich steil abfielen, im übrigen aber nur durch den weniger bedeutungsvollen Springbach begrenzt waren, bedurften eines erhöhten Schutzes und gaben daher die Veranlassung zu der im vorigen Aufsatz eingehend beschriebenen Burganlage. Sie zog sich in einer Länge von über 600 Meter vom nördlichen bis zum südwestlichen bzw. südlichen Hügelrande hin und umfaßte die Burghäuser Schüngel, Freseken, Gransau, den Drostenhof und das um 1800 als ,,Burg" bezeichnete Gebäude, welches die Stelle der heutigen Post und der Häuser Burgstraße 1 und 3 einnahm. Die nicht durch natürliche Hindernisse geschützte, daher bei feindlichen Angriffen gefährdetste Stelle war die Südostseite. Hier erreichte man die festungsmäßige Sicherung dadurch, daß man den Hügel im Ruhr-Möhne-Winkel von dem Hauptzuge des Ausläufers des Arnsberger Waldes künstlich abtrennte. Dadurch wurden Mühlengraben und Springbach miteinander verbunden. Der künstlich gestochene Graben, der in Richtung der heutigen Friedrichstraße verlief, erhielt sein Wasser teils durch den Mühlengraben, teils durch die vom Neheimer Kopf kommenden, in einer Niederung an der Stelle des heutigen Rathauses und der Kirche sich sammelnden Gewässer (auf dem rekonstruierten Bilde von Neheim aus dem Jahre 1656 deutlich zu erkennen). Der auf diese Weise isolierte Hügel, auf welchem Alt-Neheim lag, war von allen Seiten mit Wasser umgeben. Diese zwingend notwendige Sicherung der Südostseite, ohne die eine festungsmäßige Anlage Neheims kaum denkbar ist, wird also wohl gleichzeitig mit dem Bau der Landesburg in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erfolgt sein. Dieses scheint auch die Urkunde von 1350 Graf Gottfried IV. von Arnsberg (Grabmalplatte im Dom zu Köln) 35 (s. 5. 32) zu bestätigen, wenn sie damals schon den Einschnitt antiqua fossa, d. h. den alten Graben nennt. Dieser Graben erfuhr durch Wall und Mauer noch eine doppelte Verstärkung. Letztere besaß in der Mitte, am Ausgang nach Arnsberg, ein starkes steinernes Tor, das als solches in der erwähnten Urkunde von 1350 ausdrücklich genannt ist und später Obertor hieß. Die besondere Erwähnung dieses steinernen Tores setzt notwendigerweise ein hölzernes oder Fachwerktor voraus, das an der Nordostseite, an der ,,Moyneporte", deren Verteidigungsstärke durch den Abbruch der wohl hölzernen Möhnebrücke im Notfall gehoben werden konnte, zu lokalisieren ist. Das dritte Tor, das Ruhrtor, lag innerhalb der Burganlage, zwischen den Burghäusern Schüngel und Freseken, und war somit durch diese geschützt und recht fest. Die Lage des mächtigen Burgturmes läßt sich mit Sicherheit nicht mehr feststellen.Das äußere Bild der befestigten Stadt, wie es sich dem Beschauer von der Südostseite geboten haben mag, zeigt die von Eberh. Aloys Ritterbach nach einem in seinem Besitz befindlichen Oelgemälde rekonstruierte Ansicht von Neheim. Das Original stammt aus dem Jahre 1656 und ist stark beschädigt. Das am deutlichsten noch zu erkennende Osttor ist in der Zeichnung getreu wiedergegeben. Der Eckturm rechts stand etwa an der Stelle des heutigen Kontors der Firma Gebr.Cosack. Kirche und Burggebäude (links), die auf dem Original fast gar nicht zu erkennen sind, werden nicht genau so ausgesehen haben, aber trotzdem ist die Gesamt-Rekonstruktion von großem Wert für die Kenntnis der Lage und Ansicht von Alt-Neheim. Der bis jetzt beschriebene Festungsgürtel, dessen Mauerstärke von durchschnittlich 1,40 m nochheute an den (zum Teil mit den Fundamentmauern sich nicht deckenden) Kellermauern der Burghäuser festzustellen ist (beim Hause Patrzeck wurde 1,63 m gemessen), bestimmte für fast fünfeinhalb Jahrhunderte die Grenzen des Neheimer Wohnbezirks (vgl. die Stadtpläne auf 5. 54 und 5. 55). Erst der schwere Stadtbrand von 1807 vermochte ihn zu sprengen und hatte die heute regelmäßige Anlage der Stadt, die die genannten Pläne klar erkennen lassen, zur Folge.Vom Bilde des Stadtinnern aus alter Zeit besitzen wir weder schriftliche Mitteilungen noch zeichnerische Darstellungen. Als sicher kann nur gelten, daß die langgestreckte Burganlage nach dem Stadtinnern zu etwa bis an die heutige Burgstraße reichte und als völlig getrennt von den Wohnungen der Bürger betrachtet werden muß. Diese lagen im wesentlichen an der nordöstlichen Seite der Burg- und zu beiden Seiten der Mendener Straße. Durch drei Gassen, von denen eine, was für die Verteidigung von Wichtigkeit ist, auf das Burghaus Gransau, eine andere auf den Drostenhof zu mündete, waren die beiden Hauptstraßen verbunden. Die Kirche, umgeben vom Kirchhofe, lag bis 1807 in der Mitte der Stadt an der Stelle des heutigen Frielingschen Hauses. Das Pastorat, 1807 vom Brande verschont, nahm bis 1892 die Stelle der Karl-Wagenfeld-Schule ein. Die Lage des Rathauses und des Marktes ist nicht mit Sicherheit anzugeben, dürfte aber wohl in der Nähe der Kirche (nach Südwesten zu?) zu suchen sein. Das Rathaus besaß, wie aus der Urkunde von 1463 hervorgeht (s. 5. 48), ähnlich dem Bau alter Rathäuser anderer Städte einen Rathausbogen. Von den ursprünglichen Brunnen der Stadt, deren es eine ganze Reihe gegeben hat, wurden bei der Kanalisierung im Jahre 1932 zwölf festgestellt. Fünf sind noch heute an den quadratischen bzw. runden Verschlußsteinen zu erkennen; sie sind noch wasserhaltig und weisen eine durchschnittliche Tiefe von 16 Metern auf. Der auf dem Gransauplatz, früher also in der Nähe der Kirche gelegene Brunnen wurde bei Aufstellung des Kaiserdenkmals zugeschüttet. Nach dem Magistratsbericht von 1882 gab es vor Anlage der Wasserleitung in der Altstadt 57 Brunnen. — Die den Ort mit der Umgebung verbindenden Landstraßen führten durch das steinerne Obertor nach Arnsberg, durch das Möhnetor nach Werl und durch das Ruhrtor nach Menden.Die Befestigung des Dorfes Neheim hatte unmittelbar zur Folge, daß der Ort, welcher bis dahin kirchlich zu Hüsten gehörte, von der Mutterkirche abgepfarrt wurde. Die erste urkundliche Erwähnung der Kirche zu Neheim geschieht am 25. April 1294, als der Arnsberger Droste Anton v. Ense einen Besitzverzicht der Gebrüder Balke in der Kirche zu Neheim (in ecclesia in Nehem)beurkundete.Die Bedeutung der Grenzfestung Neheim geht aus den Ende des 13. Jahrhunderts zwischen den Grafen von Arnsberg und den Kurfürsten von Köln beginnenden Kämpfen, von denen im vorigen Aufsatz die Rede war, klar hervor. Das gespannte Verhältnis zwischen Köln und Arnsberg zeigte sich auch bei der Kaiserwahl im Jahre 1313. Während der Kurfürst von Köln Friedrich den Schönen von Österreich unterstützte, trat Graf Wilhelm von Arnsberg auf die Seite Ludwigs des Bayern. Für diese Sympathieerklärung belehnte ihn der Kaiser mit dem Brückengeld und Zoll in Neheim (4. Dezember 1314). Mit dem gleichen Rechte belehnte Ludwig 1338 den Sohn Wilhelms, den Grafen Gottfried IV. Auch verlieh er diesem herzogliche Rechte innerhalb der Grenzen seiner Grafschaft. Das war für Gottfried sehr vorteilhaft; denn nun hatte er den Einspruch des Kurfürsten nicht mehr zu befürchten und konnte ungestört in seiner Grafschaft handeln. Dies gereichte Neheim zum Vorteil. Durch die 1263 erfolgte Befestigung hatte es zwar stadtähnlichen Charakter erhalten, aber im Besitze voller städtischer Freiheiten war es nicht. Um die Bürger der Grenzfeste für die bisher geleisteten Dienste zu belohnen und um auch in Zukunft einen sicheren Halt an ihnen zu haben, verlieh ihnen Graf Gottfried durch Urkunde vom 25. Juli 1358 Lippesches (Lippstädter) Recht (vgl. Urkunde 1 auf 5. 39). Dadurch wurde das Gemeinwesen zum Teil von der Grafengewalt gelöst und kam in den Besitz wichtiger Privilegien. Hierzu gehörten vor allem das Recht der Bürgermeisterwahl, der eigenen Gerichtsbarkeit, der Zollfreiheit, der Benutzungsfreiheit von gräflichem Wald- und Weidegrund und die Möglichkeit, das Hörigenverhältnis zu lösen. Nun fehlte Neheim noch das zu den wesentlichen Erfordernissen einer Stadt gehörende Privileg eines freien Jahrmarktes. Dieses gewährte ihm Graf Gottfried im Jahre 1360 (vgl. Urkunde 2). Jetzt war Neheim im Vollbesitz städtischer Freiheiten und konnte sich in seinen inneren Verhältnissen frei und ungehindert entwickeln. Gottfried IV. war der letzte Graf von Arnsberg (1338—1369). Märkische Ansprüche und kölnisches Machtstreben verwickelten ihn in unaufhörliche und blutige Fehden. Dieser fruchtlosen Kämpfe überdrüssig, sehnte der in hohem Alter stehende Graf sich endlich nach Ruhe und faßte den Entschluß, seine weitläufigen Güter zu verkaufen und zu verschenken. Der Umstand, daß seine Ehe mit Anna v. Cleve kinderlos geblieben war, bestärkte ihn in seinem Vorhaben. Mancherlei Demütigungen, die ihm der Graf Engelbert von der Mark zugefügt, bewogen ihn, seine Grafschaft nicht diesem, obwohl mit ihm verwandt, sondern dem Erzstifte Köln zu verkaufen. Den alten Streit nicht nachtragend, wurde der Verkauf 1368 vollzogen. Damit erfüllte sich das seit langem über Arnsberg schwebende Schicksal: die Einverleibung durch Köln. Doch bevor die endgültige Übergabe 1369 erfolgte, belohnte Graf Gottfried viele seiner Gemeinden für die ihm und seinen Vorgängern geleisteten Dienste durch Privilegien und Schenkungen. So erfuhr auch Neheim 1368 die besondere Gunst seines alten Landesherrn. Durch Urkunde vom 29. Juni 1368 (vgl. Urk. 3) schenkte er der Stadt einen 925 Morgen großen Wald, den heutigen Stadtwald. Dadurch wurde der Grundbesitz der Stadt wesentlich vergrößert, die Steuerlast der Bürger erheblich verringert. Die wirtschaftliche Bedeutung dieses Vermächtnisses zeigte sich besonders in Kriegs- und Inflationszeiten; denn die städtischen Waldungen, die die heutigen Forstparzellen Grevingheide, Zuhang, Wilmsbusch, Sacksgehr, Habichtshorst und Herrenwiese umfassen, stellten gegenüber den sinkenden Geldwerten einen stets gleichbleibenden realen Wert dar. Graf Gottfried erfreute sich nicht lange der ersehnten Ruhe. Schon bald nach seiner Übersiedlung nach Brühl bei Köln starb er im Alter von 75 Jahren am 21. Februar 1371 in den Armen seiner Gemahlin Anna. Er ist der einzige weltliche Fürst, der im Dome zu Köln beigesetzt ist.Sein Grabmahl, in dessen Steinplatte das Reliefbild 5. 34 gemeißelt ist, befindet sich gegenüber dem des Erzbischofs Reinald v. Dassel. Ihm und seiner Gemahlin zum Gedächtnis benannte die Stadt Neheim später zwei Straßen Graf-Gottfried- und Anna-Straße. — Getreu dem Versprechen, das die Stadt damals dem Grafen gegeben, gedenkt sie alljährlich des edlen Wohltäters in einer kirchlichen und weltlichen Feier (ausführlicher siehe ,,Sitten und Gebräuche").


Anhang
die Urkunden






URKUNDE 1
DAS NEHEIMER STADTRECHT VOM JAHRE 1358

,,Wir Gottfried, Graf zu Arnsberg, geben allen Leuten, die diesen Brief sehen oder lesen hören, Kunde, daß Wir auf den Rat Unserer Freunde durch diesen Brief Unserer Stadt Neheim und Unseren Bürgern, die darin wohnen, Lippesches Recht und damit folgende Freiheiten und Rechte gegeben haben.
1.
Die Stadt selbst, nicht Wir oder Unsere Erben noch Nachkommen, hat das Gericht über blutige Verwundungen, die innerhalb der Stadt geschehen; ausgenommm sind die Verwundungen durch scharfe Waffen. Die Strafgefälle soll die Stadt zur Befestigung und Besserung der Stadt verwenden.
2.
Alle Betrügereien, die innerhalb der Stadt beim Backen und Brauen, bei Maß und Gewicht begangen werden, sollen die Bürger unter sich richten.
3.
Kein Neheimer Bürger soll von einem anderen vor ein auswärtiges Gericht geladen werden.
4.
Auch in Erbangelegenheiten soll die Stadt die ausschließliche und höchste Gerichtsbarkeit haben. (Tritt der Fall ein, daß ein Bürger einen anderen tötet, auf welche Weise es auch geschehe, so soll gerecht gerichtet werden; und was der Tote hinterläßt, soll, ohne daß ein höheres Gericht angerufen werden kann, an den rechten Erben fallen.)
5.
Am Jahrmarktstage und zwei Tage vor- und nachher, sowie allwöchentlich an drei Tagen, nämlich Sonntags, Montags und Donnerstags, darf niemand vor Gericht geladen werden; ausgenommen ist, wer Verbrechen oder Missetaten an einem der genannten Tage begeht.
6.
Von allem innerhalb der Stadt gefundenen oder gestohlenen Gute eines Bürgers darf der Richter weder etwas für sich nehmen noch irgend eine Gebühr erheben.
7.
Wer Tag und Jahr in Neheim gewohnt hat, ohne ,,angesprochen", d.h. von seinem früheren Herrn zurückgefordert zu sein, darf mit Recht wohnen bleiben. (D. h.: er hat die persönliche Freiheit erworben und darf auch in Zukunft nicht von seinem früheren Herrn zurückgefordert werden.)
8.
Bürgermeister und Richter der Stadt Neheim sollen nicht ohne gemeinen Rat der Bürger eingesetzt werden, weder von Uns, Unseren Nachkommen, noch Erben.
9.
Nutz- und Bauholz darf von den Bürgern, wie es seither geschehen ist, je nach Bedürfnis gehauen werden.
10.
Auch Waldemeine und Weide werden den Bürgern zur Nutzung übergeben.
11.
Geschieht einem Bürger durch einen anderen Unrecht bei Bauten oder Umzäunungen, so sollen die dazu bestellten Richtleute, oder falls diese nicht dazu in der Lage sind, die Bürger selbst den Streit schlichten.
12.
Beim Tode eines Bürgers ohne rechtmäßige Erben soll das was er hinterläßt, es sei ,,viel oder klein", an Uns oder Unsere Erben fallen, wenn nicht binnen Jahr und Tag andere Bürger einen Rechtsanspruch nachweisen.
13.
Wer mit der Tochter oder Schwester oder Nichte eines Bürgers verbotenen Umgang pflegt, soll sie zur Ehe nehmen oder falls er nicht will, für die Schmähung zehn Mark gangbaren Geldes zahlen.
14.
Allen, welche in der Stadt wohnen oder welche etwas dahin bringen oder fahren, wird der gräfliche Zoll erlassen.
15.
Wenn ein Bürger straffällig wird in Dingen, die einen Wert bis zu 5 Mark haben, dann soll er 4 Schilling zahlen; wird er straffällig bei Dingen von 4 Schilling Wert, dann soll er 2 Pfennig zahlen. Und wird er überführt, so soll er hierfür 6 Pfennig zahlen.
16.
Die Verleihung der Weide in der Stadt soll der Bügermeister vornehmen, wie es in Eversberg geschieht.
17.
Wir und unsere Leute sollen und wollen einen Bürger innerhalb der Stadt weder anhalten noch hindern, sondern vielmehr fördern nach allen Kräften, wie Wir es können und mögen. Damit alle die vorgenannten Punkte,,stehn und festbleiben", haben Wir, Gottfried, Graf zu Arnsberg, zur ständigen Urkund für Uns und Unsere rechten Erben Unser großes Insiegel an diesen Brief gehängt.
Gegebenim Jahre des Herrn 1358, am Tage des hl. Apostels Jakobus (25. 7.)" URKUNDE 2
GRAF GOTTFRIED IV.VON ARNSBERG VERLEIHT NEHEIM 1360 EINEN JAHRMARKT



,,Wir, Gottfried, Graf zu Arnsberg, tun kund allen Leuten, welche diesen Brief sehen und lesen hören, daß Wir mit Zustimmung aller Unserer Erben gegeben haben und geben in diesem Briefe Unserer Stadt Neheim einen Frei-Jahrmarkt und eine Frei-Kirmeß auf Sankt Johannes des Täufers Tag (24. Juni) zu Mittsommer und drei Tage vor und nach demselben Tage. Und wer den Markt besucht, der soll frei ziehen von und nach Hause, und soll unbelästigt bleiben von Uns, Unseren Erben und Unseren Amtleuten, solange die Freiheit des Marktes dauert. Auf daß dieses beständig, fest und unverbrüchlich bleibe, so haben wir Unser Insiegel zum Zeugnis für Uns und Unsere Erben an diesen Brief gehängt.
Gegeben im Jahre des Herrn 1360, am Donnerstage (18. 6.) nach dem Tage St. Vitus, des Märtyrers (15. 6.)"

URKUNDE 3
GRAF GOTTFRIED IV. VON ARNSBERG SCHENKT NEHEIM 1308 EINEN WALD



,Wir, Gottfried, Graf zu Arnsberg, tun allen kund und bekennen offen in diesem Briefe für Uns und Unsere Erben, daß Wir mit ihrer gütlichen Einwilligung und ganzer Vollmacht auf lautere Weise durch diesen Brief um Gottes Willen und zum Troste und Heile Unserer Seele sowie der Seelen Annas, Unserer ehelichen Hausfrau, und all Unserer Voreltern, den Hohensundern, den Vitiksundern, die Grevenheide und das Donnerscheidt mit allem Nutz und Zubehör, wo das auch gelegen ist, Unserer Stadtgemeinde Neheim gegeben haben und geben, um damit Unsere vorgenannte Stadt zu befestigen und zu bessern nach ihrer Macht; und wir wollen nicht, daß jemand Unsertwegen oder gar Wir selbst sie daran hindern mit Worten oder Werken oder irgendwelchen Dingen, was es auch sein mag. Wir hinwiederum begehren von ihnen, und sie haben Uns dies auch gelobt, daß sie für Uns, Unsere Ehefrau Anna und alle Unsere Voreltern jedes Jahr zwei Begängnisse halten sollen mit Vigilien, Messen und Commendationen, genau so, als ob Wir noch über der Erde ständen, um die Zeit, die hiernach geschrieben steht: das erste am nächsten Werktage nach dem zweiten Fastensonntage, das zweite am Werktage nach Unserer Frauen Tage zu der Letzten (Mariä Geburt, 8. Sept.) und sie sollen jedesmal 3 Mark Geldes, als in Unserer Grafschaft gang und gäbe ist, zusammenbringen. Von diesen sollen sie eine Mark verwenden für Licht und Mahnung, die anderen zwei Mark für eine gesellige Zusammenkunft in dieser Zeit, zum Gedächtnis daran, daß sie das obengenannte Gehölz von Uns bekommen haben. Zur Urkunde haben wir Unser großes Siegel für Uns und Unsere rechten Erben an diesen Brief gehangen.
Gegeben im Jahre des Herrn 1368, am Feste des hl.Petrus (29. Juni)."

Quelle : Bernhard Bahnschulte
im Buch 600 Jahre Bürgerfreiheit Neheim - Hüsten
erschienen im Selbstverlag der Stadt Neheim - Hüsten 1958
noch zu beziehen durch Heimatbund Neheim - Hüsten e.V.

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